Befüllung, Entleerung – Aber sicher…

Marl. Auf den Schienen und Straßen des Chemieparks herrscht ordentlich Betrieb. Rund 300 Kesselwagen sowie etwa 400 Tankwagen/-container rollen täglich durch den Standort Marl. Damit verbunden sind zahlreiche Befüll- und Entleervorgänge in den Betrieben – häufig mit gefährlichen Gütern.

Daher ist an den Schnittstellen zwischen Produktion (Lagertank) und Transport (Kesselwagen/Tankwagen/-container) Sicherheit und Sorgfalt oberstes Gebot. Ein perfektes Verständnis der Mitarbeiter für Armaturen und Sicherheitseinrichtungen dieser Transportmittel ist wichtig, um Produktaustritte zu vermeiden, die zu Unfällen, Umweltschäden und Störungen im Verkehrswesen führen können.

„Wir nehmen Arbeits- und Transportsicherheit ernst“, betont Standortleiter Prof. Walter Tötsch. „Wir tragen gemeinsam Verantwortung für Menschen und Umwelt.“

„Befüllen und entleeren sind für uns alltägliche Vorgänge, die wir aber mit größter Sorgfalt ausführen. Es gilt hier, auch den kleinsten Fehler möglichst zu vermeiden“, so Logistik-Chef Dr. Franz Merath. „Denn wir wissen, dass aus kleinen Fehlern große Fehler werden können. Das dürfen wir nicht tolerieren. Es ist von größter Wichtigkeit, dass unsere Mitarbeiter die komplexen Armaturen und Sicherheitseinrichtungen von Tanktransportmittel kennen und beherrschen und so für absolute Dichtheit sorgen können.“

Das Befüllen und Entleeren von Kesselwagen und Tankcontainer sei für die Mitarbeiter eine verantwortungsvolle Aufgabe, die höchste Anforderungen an den Umgang mit den Transportmitteln und den Einrichtungen in den Betrieben stelle. „Regelmäßige Schulungen für einen bewussten Umgang mit dem komplexen Equipment sind für uns das A und O“, so Dr. Merath.

Die Aktionswoche, die die Bereiche Arbeits- und Logistiksicherheit von Evonik im Chemiepark auf die Schiene gebracht haben, ging noch einen Schritt weiter: Es war eine chemieparkübergreifende, von Experten gehaltene vertiefende Schulung, für die von den Spezialisten ein Schulungskesselwagen, ein Druckgaswagen, ein Chemiewagen und zwei besondere Tankcontainer sowie zahl-reiche Armaturenexponate zur Verfügung gestellt wurden.

„Die Themen waren allumfassend“, erläutert Roland Neureiter, Referent der Logistiksicherheit. „Von den Pflichten für den Befüller und Entleerer über das Arbeiten an Ventilen, Kupplungen und Dichtungen bis hin zu theoretischen Beispielen und praktischen Übungen an Wagen und Tankcontainern sowie an Armaturenmodellen ging es um mögliche Leckagen und Störungen verbunden mit geeigneten Sicherheitsmaßnahmen bei möglichen Zwischenfällen oder Störungen.“

Als kompetenten Partner für die für die Durchführung der traditionellen Chemiepark-Arbeitssicherheitswoche für Mitarbeiter aller Gesellschaften hatte Evonik die VTG AG gewonnen. Nicht von ungefähr: Europas größte private Waggonvermietgesellschaft, die etwa 80.000 Wagen mit rund tausend verschiedenen Typen über Europas Schienen bewegt, ist mit Abstand wichtigster Partner von Evonik für die Anmietung der Kesselwagenflotte.

Das auf eine Woche beschränkte Angebot (jeweils zwei Schulungen pro Tag) war in Windeseile ausgebucht, so dass eine Wiederholung schon für das kommende Jahr geplant ist. Darüber hinaus wird Evonik solche Großschulungen zukünftig voraussichtlich auch an anderen Standorten regelmäßig durchführen.

Obwohl täglich rund 600 Brummis den Chemiepark frequentieren, ist die Schiene mit großem Abstand vor der Straße, knappem Abstand vor Rohrleitungen und hinter dem Binnenschiff der wichtigste Verkehrsträger. Mit diesem sehr hohen Anteil der im Chemiepark anfallenden Beförderungen mit den – im Vergleich zum Lkw – umweltfreundlichen Verkehrsträgern Binnenschiff, Rohrleitung und Eisenbahn leistet Evonik einen weiteren Beitrag zur Treibhausgasreduzierung.

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Volker Hilbt

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