4.000 Euro für Fahrrad- und Schneiderwerkstatt

Marl/Erkenschwick. Die Flüchtlingshilfe Oer-Erkenschwick freut sich über 4.000 Euro aus dem Spendentopf der Evonik-Stiftung. Susanne Soll, Leiterin Beruf und Familie im Chemiepark Marl, überreichte den symbolischen Scheck, der für die Fahrrad- und Schneiderwerkstatt genutzt wird.

„Impulsgebend für eine weitere Integration werden Flüchtlinge, die aus dem Café International oder aus den Deutschkursen bekannt sind, in der Fahrradreparatur ausgebildet“, berichtet Rüdiger Funke, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Oer-Erkenschwick. „Ein freier Raum für dieses Projekt besteht auf unserem Gelände. Mit den gespendeten Geldern wollen wir die Werkstatt einrichten, Werkzeuge und erste Ersatzteile anschaffen.“ Das Projekt wird – wie alle übrigen – ökumenisch durchgeführt.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Flüchtlinge arbeiten zusammen in einem eigenen Projekt, was einmal mehr zu einem gestalteten Alltagsleben führt. Angelernte Flüchtlinge können ihr Wissen beizeiten in deutscher Sprache an andere weiter geben. Und sie tragen selbstständig zur Mobilität in der Stadt bei.

„Des Weiteren ist denkbar, die Reparatur von Fahrrädern auch für einen weiteren – bedürftigen – Kundenstamm auszuweiten“, so Funke. „Mögliche Spenden für die Reparaturen könnten zudem wieder in die Flüchtlingshilfe vor Ort einfließen.“

Ausgehend von der Situation einer Notunterkunft für Flüchtlinge mit 200 Personen im Stadtgebiet lenken die Erkenschwicker zudem ihre Blicke auf die Verwirklichung einer Schneiderwerkstatt mit Tischen, Nähmaschinen, Bügeleisen und Bügelbrettern. „Hatten Ehrenamtliche bereits bei Errichtung der Notunterkunft Tonnen von Kleidungsstücken sortiert und für eine Ausgabestelle gelagert, so machte die Ankunft vieler schlanker Menschen aus Syrien und Irak deutlich, dass unzählige Kleidungsstücke ohne Veränderung gar nicht in Gebrauch genommen werden können“, erzählt der Gemeindepfarrer. „Genau an diesem Punkt wollen wir sinnvoll und mit Synergieeffekten für die Flüchtlingshilfe in der Notunterkunft wie in der Quotierung für die Stadt ansetzen.“

Als Vorteile nennt Funke die Nachhaltigkeit im Umgang mit der Kleidung, die Stärkung des Umweltbewusstseins und Sensibilisierung für Arbeitsprozesse, die Zusammenarbeit von Flüchtlingen und Gemeinde, ein gestaltetes Alltagsleben, das Erlernen deutscher Sprache in fachlichem Bereich und die Stärkung der Kleiderkammer in der Notunterkunft. „Die Schneiderwerkstatt soll auch als Angebot für Kunden unseres Ladens dienen und bedürftigen Menschen in Erkenschwick zugutekommen.“

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Volker Hilbt

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